Das Erscheinen, die Farbe und das Spektrum des Sonnenlichts bestimmt den Rhythmus von Lebewesen — es organisiert Verhaltensmuster und physiologische Prozesse entlang der Zeit. Ohne Licht können wir nicht existieren.

LICHT UND GESUNDHEIT

ALLE FARBEN DER SONNE

Die ersten Lichtquellen, Feuer und Öllampe enthielten das gesamte Spektrum der Farben der Sonne, wenn auch in unterschiedlichen Anteilen. Auch das Glühen der Wolframfäden von Edison- und Halogenlampen erzeugte ohne weiteres Zutun Licht in einem kontinuierlichen Farbspektrum.

Das Licht von LED’s und Energiesparlampen wird dagegen vollkommen anders, kalt erzeugt. Es leuchtet nur in einem kleinen Farbbereich, z.B. rot, grün oder blau. Um etwas vergleichbares wie Tageslicht zu erhalten, müssen die fehlenden Farbbereiche aufwendig durch lumineszierende Farbstoffe ergänzt und zum Mitleuchten angeregt werden.

Ob eine LED ein mit unserem Tageslicht vergleichbares Licht abstrahlt, wird daher entscheidend von der Qualität und Verarbeitung der LED und Zusatzstoffe bestimmt.

FARBSPEKTRUM VS. ENERGIEFFIZIENZ

Fast alle «glühenden» Lampen dürfen seit dem 1. September nicht mehr verkauft werden, da ihr Stromverbrauch bis zu 5-mal höher als der von LED- und Leuchtstofflampen ist. Alles weist daher auf den Siegeszug der blauen LED hin, die mit viel weniger Strom eine höhere Lichtstärke erreicht.

Die Energieeffizienz einer LED steht aber im Widerspruch zur Lichtqualität. Denn desto vollständiger das Farbspektrum erzeugt wird, desto geringer wird die Lichtstärke. Hochwertige LED’s erreichen mit Vollspektrum-Licht eine sehr gute Energieeffizienzklasse, günstige erreichen diese nur unter Verzicht auf ein vollständiges Spektrum.

Standard Energiespar- und LED-Lampen aus dem Supermarkt erzeugen deshalb nicht annäherungsweise etwas mit Tageslicht vergleichbares, das Licht der Lampen wirkt unbelebt, die beleuchteten Dinge blass und grau.

BLENDUNG DURCH LED

LED’s dürfen nie direkt, ohne Abschirmung verwendet werden, da das extrem helle, punktförmige Licht unsere Netzhaut schädigen würde. Ein schützendes LED System sollte daher immer aus einem abschirmenden Gehäuse, ggf. einer lichtstreuenden Optik (Linse, Reflektorgehäuse oder -platte) und der eigentlichen LED bestehen.

FLIMMERN, UM ENERGIE ZU SPAREN

Um noch mehr Energie zu sparen, werden billige LED’s mit Hilfe von vorgeschalteter Elektronik nicht durchgehend mit Strom versorgt, sondern einfach sehr schnell an- und ausgeschaltet. Da dies sehr schnell erfolgt, interpretiert unsere Netzhaut das Pulsieren als «weniger» Licht. Desto günstiger das Leuchtmittel, desto grösser und unruhiger wird dieses Flackern. Günstige LED-Lichterketten flackern sogar oft so stark, dass sie für photosensitive Epileptiker eine Gefahr darstellen können.

Bei Seremik setze ich daher nur hochwertige Treiber ein, die die in Gleichstrom gewandelte Spannung zusätzlich glätten, konstant fliessen lassen, um eine homogenes, flickerfreies Licht zu gewährleisten.

WACH-SCHLAF-RHYTHMUS

Im menschlichen Körper gibt es viele Prozesse, die sich alle 24 Stunden wiederholen und die unseren Tag-Nacht Rhythmus steuern. Unsere Körpertemperatur zum Beispiel ist gegen 16 Uhr am höchsten, um 4 Uhr nachts dagegen am niedrigsten. Getrimmt wird dieser Rhythmus durch das Licht der Sonne.

Die Fähigkeit in der Nacht besser als am Tag schlafen zu können, wird von einem Hormon namens Melatonin gesteuert. Morgenlicht unterdrückt die Melatonin-Abgabe, Abendlicht regt sie an, wir werden müde.

Wie wir heute wissen, hilft (besser: half) auch das gelbliche Licht der Glühlampe bei der Bildung von Melatonin. Ihre Farbtemperatur war sogar noch etwas geringer als die der untergehenden Sonne.

Das blaue (LED-)Licht von Fernsehern und Smartphones verhindert dagegen die Melatoninbildung und hält uns ebenso wie das Licht der Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen wach — was am Tag ein gewünschter Effekt ist bewirkt am Abend, wenn die Melatoninbildung starten sollte (zwischen 19:30 und 21.30 Uhr), eine Verschiebung des Schlaf-Wach-Rhythmus.

Früher wurden Wohnräume entsprechend ihrer wahrscheinlichen Nutzung beleuchtet. Arbeitsplätze wie Küche, Bad oder Kellerräume mit blauem Leuchtstofflicht, Wohn- und Schlafräume mit Glüh- und Halogenlampen. Im Badezimmer wird mein Körper entsprechend am Abend bei der Melatoninbildung gestört.

LICHTSTEUERUNG MIT LED-LAMPEN

In Zeiten von Home Office und anderer Mehrfach-Nutzung von Wohnräumen sollten Farbtemperaturen der Leuchtmittel variabel sein. Geeignete LED-Systeme können deshalb auf unterschiedliche Farbtemperaturen eingestellt werden — je nach momentaner Nutzung des Raums. Besonders im Schlafzimmer und im Bad kann dies den biologischen Rhythmus unterstützen. Lichtsteuerungen, die Helligkeiten und Farben zeitgesteuert verändern, können zum Beispiel gezielt beim Aufwachen helfen.

SMART-HOME KOMPATIBILITÄT

Bei Seremik integriere ich auf Wunsch gewerbliche Lichtsteuerungssysteme mit Dali- oder DMX-Protokoll aber auch Zigbee-Dimmer, die von vorhandenen Smart-Home-Systemen kontrolliert werden können, z.B. Philips Hue, IKEA Tradfri, Amazon Alexa, Apple Siri oder Google Assistant.

LEUCHTEN AUS KERAMIK